Hochzeitsfotografie mit Firat Bagdu

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Auf der diesjährigen Foto- und Outdoor-Messe „Photo + Adventure“ in Duisburg haben Matthias und ich an einem Workshop zur Hochzeitsfotografie teilgenommen. Dozent war Firat Bagdu aus Köln.

Da der Schwerpunkt eindeutig auf dem praktischen Teil lag, ging es nach einer kurzen Sichtung einiger Beispielbilder ran an die Models:

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Zuerst einmal das Must Have zum Aufwärmen: Die Ganzkörperansicht des Brautpaares, damit man das Kleid gut rumzeigen kann 😉 Ich habe mich hier für eine leicht entsättigte Version mit etwas glow in der Nachbearbeitung entschieden, damit das Brautkleid noch besser rauskommt und das ganze etwas verträumt und sinnlich wirkt.

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Etwas künstlerischer wird das Ganze dann, wenn man das Ganzkörperportrait als Panorama schießt. Um dem ganzen mehr Dramatik zu verleihen, habe ich am Computer künstlich einen Tilt-Shift-Look erzeugt. D.h. hier ist nur der schmale Streifen in der Mitte, dort wo das Brautpaar steht scharf und zu den Seiten wird es deutlich unschärfer. Dadurch wird der Blick wunderbar auf das Brautpaar gelenkt ohne die Umgebung zu verlieren. Die sonstige Bearbeitung ist sehr ähnlich zu dem vorherigen. (Irgendwann möchte ich diesen Look auch nicht mehr in Photoshop erzeugen müssen, sondern mir ein 24mm Tilt-Shift Objektiv leisten 🙂 Diese Technik ist jedoch recht anspruchsvoll, da es sich immer um ein vollmanuelles Objektiv handelt, bei dem man neben Blende und Fokus auch noch u.a. die Schärfeebene manuell beeinflussen kann.)

Anschließend ging es um die Interaktion des Brautpaares. Tipp von Firat hier: das Brautpaar einfach mal trennen und schauen, was passiert. Beim nächsten Bild habe ich nur darauf geachtet, dass das Licht schön auf der Braut fällt und keine Strukturen im Gesicht ausbrennen.

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Ich bin dann einfach mal um das Brautpaar herumgelaufen. Beim Fotografieren der Schnürung des Kleides habe ich dann diesen Blick des Bräutigams eingefangen 😉

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Lässt man das Brautpaar langsam aufeinander zugehen, kann man auch noch schöne Aufnahmen von den Händen mit Ring machen. Diese habe ich hier mal rausgelassen.

Ist das Brautpaar dann wieder zusammen, lässt sich wunderbar die Mimik einfangen. Schönes Licht und ein passender Hintergrund machen das Bild rund.

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Hier bot sich auch die Möglichkeit mal ein Detailfoto zu schießen, auf dem mehr Schmuck zu sehen ist, als nur die Hand mit Ring.

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Auch sehr gut fand ich Firats Bemerkung, man solle sich auch einfach mal etwas zurückziehen und das Brautpaar machen lassen. Dadurch kann man dann z.B. solche innigen Momente beobachten. Für diese Aufnahme bin ich auf mein Tele umgestiegen. Dadurch muss man nicht so nah ran, stört also nicht und hat auch noch einen wunderbar cremigen Hintergrund.

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Um eindrucksvolle Portrait für bspw. einen Druck in Großformat zu schießen haben wir am Ende des Workshops noch eine weitere Technik gezeigt bekommen. Hier seht ihr das Setup:

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Benutzt wurde dafür ein Blitz der auf ca. 2000 Watt eingestellt wurde. Das Bild an sich wurde unterbelichtet geschlossenen. Ohne Blitz sah die Aufnahme so aus:

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Mit einer weitwinkligen Brennweite von unten geschossen macht das Setup echt was her. Das harte 45/45-Licht (45° seitlich versetzt und 45° nach oben) sorgt für starke Kontraste, die gerade zu der beeindruckenden Kulisse des alten Industrieparks im Hintergrund sehr gut passen.

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Mir hat der Workshop sehr viel Spaß gemacht, neue Anregungen gegeben, aber auch gezeigt, dass ich bereits meinen eigenen Stil gebildet habe, sodass ich die eigentlichen „Aufgaben“ oft auf meine Weise uminterpretieren konnte. Ich fand es schön diese Freiheit zu haben und derartige Fotos ohne Stress an so netten Models üben zu können.

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